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Jörn Gerstenbergs großformatige, monochrome PVC-drucke sezieren, entwerfen und erneuern Raum. Öffentlich-urbane Architektur wird radikal entleert; Museen leergefegt, Supermärkte geplündert, Zoos entvölkert und Bauvorhaben in Investitionsruinen verwandelt.
Ein so elementar auf Fläche und Linie reduzierter Bildraum beschwört immer neue Konstrukte und Konstruktionen; weissen Laserstrahl-Gefügen gleich, setzt er sich zu streng-kalkulierten Hologrammen zusammen, unseren Lebensraum nach seiner Herkunft befragend.
Der Zugang zu Tassilo Sturms Installationen führt über Assoziationen kultureller Erfahrung. Das Wahrnehmen von theatralischen Räumen, Kulissen, Fotos von Reportagen über Expeditionen etc. nutzt Tassilo Sturm, um dem Betrachter in das hermetische System seiner Arbeiten zu locken. Dort erwartet ihn ein Zustand des provisorischen Bannens einer bedrohlich empfundenen Außenwelt. Pappkartons, Sperrholzwände die dürftigen Schutz bieten und Schlitten deren Ausrüstung einen Aufbruch in den Untergang versprechen sind Material für den Bau von Tassilo Sturms raumgreifender Arbeit. Die Menschen, die scheinbar fluchtartig die Räume Tassilos Sturms verlassen haben, sind die, welche sich gerade fragen, wo die Leute eigentlich geblieben sind, die gerade noch anwesend waren.
„Der fiktive Raum oder... wie mache ich Raum fiktiv. Ich spreche von der Form als Sprache“. Christian Heilig entwickelt Modellstrukturen einer „Innenarchitektur“ parallel zu „inneren Strukturen“. Simultan zum Prozess einer Zeichnung spürt er ungewöhnlichen Momenten in einem vorgefundenen Raum nach und konstruiert mit z.T. aufwendigen Umbauten „Räume in Räumen“. Funktion und Fiktion fallen in seinen Installationen in eins
Matthias Röhrborn ist Maler. Seine Bilder sind geprägt von einer sinnlich-prozesshaften Malweise, die von der Lasur bis pastosem Farbauftrag reichen. Seine Bildwelt umfasst auch Elemente des Pathos, der Ironie und des Kitsch, die ein Gegengewicht zu seiner Malweise bilden: er hintertreibt seine ironische Geste mit sinnlichem Ernst. Damit gelingt ihm, was nur wenige vermögen: er entwickelt Bilder, die in der Ambivalenz der näheschaffenden Ernsthaftigkeit und vergnüglich-heiteren sowie trennscharfen Distanz stehen und erreicht eine Ganzheit von Rezeptionsmöglichkeit, die von großem formalen und inhaltlichem Reichtum zeugt.
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montanaberlin seit 2010:
Esther Horn
Jörn Gerstenberg
Oliver Krähenbühl
Tassilo Sturm
Christian Heilig
Richard Schütz
Matthias Röhrborn
Nadine Rennert
montanaberlin seit 2008:
Esther Horn
Christian Heilig
Nadine Rennert
Richard Schütz
Matthias Röhrborn
Christian Jasper
Gab Heller
montanaberlin ist 2006 gegründet worden von:
Esther Horn / Malerei, Raumzeichnung,
Christian Heilig / Installation; Skulptur
Klaus Geigle / Malerei
Thomas Schiela / Malerei
Birgit Hölmer / Zeichnung, Fotografie, Objekt, Rauminszenierung
montanaberlin ist Absicht, Handlung
und Raum.
Wir fokussieren mit unserer Arbeit Energie als Schnittstelle zwischen Natur und menschlichem Lebensraum. Wir ordnen und entwerfen neue Realität. Realität umfasst hier genaue Beobachtung, surreale Erfindung, Konstruktion und Durchdringung von Innen- und Außenwelt.
Wir sind monadische Nomaden, die sich verbinden. Ausgehend von dem Wissen um die heterogenen Aspekte von Realität, wird diesen in der eigenen künstlerischen Arbeit Raum gegeben.
Wir möchten, dass die unmittelbare Präsenz von Kunst Diskurse auslöst.
"...diese Form der Illusion ist beabsichtigt: sie ermöglicht durch die Destabilisierung der Wahrnehmung das Erzeugen eines geistigen Raumes..." (Baudrillard)
Von Oktober 2006 bis Dez 2008 hat montanaberlin Künstler, Galerien und andere Institutionen in ihren Projektraum in der Brunnenstraße 29 Berlin eingeladen. Wir haben seit Bestehen 48 Künstler aus Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Tschechien und den U.S.A in 16 Ausstellungen gezeigt.
Grundlage der Ausstellungsprojekte war der Dialog der Gäste mit thematischen und formalen Aspekten der künstlerischen Arbeiten von montanaberlin.
Anliegen war, ein Forum, eine Plattform, einen Raum zu schaffen, um unkompliziert und zeitnah Ausstellungen zu realisieren, die so direkt wie möglich mit unserem Leben und unseren Ansichten über Kunst zu tun haben.
Seit 2008 zeigt montanaberlin Ausstellungsprojekte in nationalen und internationalen Institutionen.
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Malerei und große Raumzeichnungen stehen im Mittelpunkt der Arbeitsweise von Esther Horn. Mit nächtlichen Tankstellen und Landschaften thematisiert die Künstlerin in ihren aktuellen Bildern Licht, Raum und damit Wahrnehmung. Als faszinierende Fremdkörper fressen sich die Lichter irisierender „gasstations“ in die nächtliche Landschaft. Knapp beleuchtete Szenarien erschaffen vieldeutige Situationen zwischen Polarlandschaft und Baustelle. Die Orte erscheinen desolat; leere Brachflächen, streunende Hunde, Bauwagen, parkenden Autos oder Häuserzeilen: ein unwirklicher, eher traumähnlicher Zustand, der eine verblassende Erinnerung, ein Videostill aus einer Überwachungskamera oder eine „Série-Noir“-Szene sein könnte.
Oliver Krähenbühl „nichtet“ den Bildraum. Motive aus Zeitungsfotos, ausgewählt aus dem täglichen Stakkato der Bilderflut, setzt er einer tödlichen Blendung aus, konfrontiert sie mit der eigentlichen Farbe des Todes dem Weiß.Krähenbühl lotet damit ein Phänomen der Wahrnehmung auf und fragt nach veränderten Bedingungen für Erinnerung: In einer Welt der im Sekundentakt um den Erdball sausenden Bilder, deren Abfolge durch extrem kurze Schnitte enorm beschleunigt ist, wird es für den Betrachter immmer schwieriger, diese gegeneinander abzugrenzen. Er kann die einzelnen Bilder nicht mehr leicht festhalten, da die folgenden diese sogleich wieder überblenden. Die Flut von Bildinformation wird zum weißen Rauschen. Die Masse der Information löscht sich gegenseitig aus. Die Leerstellen in Oliver Krähenbühls Bildern stehen für Gelöschtes, Ausgeblendetes und Verdrängtes. Und nicht zuletzt für Sehnsuchtsorte.
Die fotografischen und filmischen Szenen von Richard Schütz befassen sich in metaphysischer und analytischer Reflexion mit dem Ist-Zustand unserer Lebenswelt, Gesellschaft, Kultur.
In einem Vexierspiel von Banalität und Bedeutung, Leere und Fülle laden sich Fotos und Filme scheinbar selber auf, zeigen Situationen oder Ausschnitte, die spürbar die Einfachheit ihrer dargestellten Ausgangssituation überwinden und in einen Zustand des Geheimnis´ verwandeln...
Nadine Rennert entwickelt Skulpturen, die sich mit Vorstellungen von Seinszuständen auseinandersetzen.
Die Skulptur „Mädchen ohne Hände“, von 2005, vereint die Schilderung eines Folter-opfers mit der Entwicklungsgeschichte einer Märchenfigur, in der die Tochter ohne Hände ihr Elternhaus verlässt, um ihre Selbstständigkeit zu erlangen.
In der Arbeit, „Fallschirm“ von 2007, werden Blessuren zu Sicherheitsriemen am Rücken einer kauernden Figur, gewinnt das Spiel mit Schein und Sein von Sicherheit noch weitreichendere Dimensionen.
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