montanaberlin Projekt

Projekt: deutsch / english
Programm
Presse
Aktuell:
Zuletzt:
Esther Horn - light rider

Eröffnung Freitag, den 17.11.2006 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer:17.11.2006 -2.12.2006
 
 
 
Esther Horn nimmt in der zeitgenössischen Malerei eine besondere Position ein, weil sie ihre Bildwelt aus der Malerei selbst entwickelt. Spiegelflächen gehen aus transparenten, irisierenden Farbzonen hervor, Räume entstehen aus Dehnungen des Farbmaterials. Das Abbild wird immer aus dem Bild gewonnen. (...) Die Malerei Esther Horns strömt vitale kör-perhafte und intellektuelle Präsenz aus. Sie ist Vexierspiel zwischen Innen und Außen, Wahrnehmung und Erinnerung, Realität und Bild.


(aus: Esther Horn. Neue Bilder, 2001, Ortrud Westheider, Hamburg)
Esther Horn, Tankstelle 2004

In ihren jüngsten Arbeiten erschließt sich die Malerin mit dem Sujet nächtlicher Tankstel-len neue Bildräume und thematisiert Licht als eine weitere Gesetzmäßigkeit für Wahr-nehmung: Sie konfrontiert in ihren gemalten Nachtstücken Natur und konstruierten mensch-lichen Lebensraum. Strahlend helle „gasstations“ durchleuchten wie gigantische Lichtinstal-lationen die Nacht. Als faszinierende Fremdkörper fressen sich die Lichter in die nächtliche Landschaft. Im Gegenzug dringt jedoch auch die Natur in die sterilen Lichtinseln des tech-nischen Fortschritts: Hunde, Wölfe, Menschen erscheinen im gleißenden Licht wie archa-ische Wesen, die die Spannung der Szenerie auf den Punkt bringen.
Esther Horn, Nacht fading I + II, 2006

Dadurch verlagert sich die gemalte Situation auch in einen unwirklichen, traumhaften Zustand, der eine verblassende Erinnerung, ein Videostill aus einer Überwachungskamera oder eine „Série-Noir“-Szene sein könnte.

Esther Horn, Nacht polar, 2006

In einer anderen Serie nächtlicher Landschaften erschaffen knapp beleuchtete Szenarien vieldeutige Situationen zwischen Polarlandschaft, schattenhaftem Niemandsland und Bau-stelle. Die Orte erscheinen desolat: leere Brachflächen, Bauwagen, parkenden Autos oder Häuserzeilen. Das Licht verselbständigt sich, die Dinge lösen sich zunehmend auf, und damit die Gewissheit von Realität, Wahrnehmung.